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Almwanderung zu Staudacher Alm - Brachtalm - Vorderalm: Lohnend zu jeder Jahreszeit.

Durch den Urwald auf die Staudacher Alm – Brachtalm – Vorderalm.                                                                                   

Schöne Rundwanderung mit Abstecher zur Schnappenkirche

 

Mit herrlichen Ausblicken, familienfreundlich und ein wenig kulturhistorisch – so lädt die schöne Tour unterhalb des Hochgerns auf der Nordseite die Wanderer ein. Durch die wildromantische Schlucht des Aiblbaches zu den Staudach-Egerndacher Almen unweit der Schnappenkirche. Damit ist die Almwanderung über einen kurzen Abstecher zur Schnappenkirche kombinierbar. Auf dieser Tour mit 650 Höhenmetern hat man vor allem eines: genügend Zeit, im stillen Wald durchzuatmen, dem Alltag zu entfliehen und auf manch einsamer Bank Ruhe zu tanken. 

Staudach (540 m) – Staudacher Alm (1.150 m) – Vorder-Alm (1.140 m); Parkplatz – Staudacher Alm (1,5 Std.)/ Rundweg: 3 – 3,5 Std., 9 km, Weg Nr. 5, 35.

Vom Wanderparkplatz Mühlwinkl, nahe dem Gasthof Mühlwinkl, führt uns der Wanderweg Nr. 5 entlang eines wilden Gebirgsbaches durch schattigen Bergwald. Nach etwa 15 Gehminuten überqueren wir eine Holzbrücke. Auf dem nun folgenden steileren Wegabschnitt lassen wir uns Zeit, um die wildromantische Landschaft zu genießen. Unter einem steinernen „Froschmaul“ lädt uns eine Bank zu einer kleinen Rast ein. Nach etwa 1 Stunde trifft unser Weg auf den breiteren Forstweg, der von der Vorderalm kommt. Wir halten uns rechts und erhaschen erste Blicke auf die beeindruckenden Nordhänge des Hochgern. Nach 15 Minuten nehmen wir die beschilderte Abzweigung nach links und folgen dem schmalen Pfad, der uns direkt zur Staudacher Alm führt, im Volksmund „Aibl“ (kleine Alpe) genannt. Urig – das wird es auch, wenn man aus dem Wald heraus durch ein Tor die Staudacher-Alm erblickt. In ein paar Schritten geht es vorbei an fröhlich gackernden Hühnern und wiederkäuenden Kühen auf die kleine Terrasse der bayerischen Alm. Bei der Sennerin Irmi geht es hier fröhlich zu und bei Bier, einem Glas Frischmilch und frischen, almtypischen Käse- und Speckbroten sowie Kaffee und selbst gebackenem Kuchen lässt es sich in dem Talkessel unter dem Hochgern bestens aushalten. Von dem gemütlichen „Hausbankerl“ wieder aufzustehen fällt eher schwer, denn an den Staudacher Almen bietet sich unbedingt der Abstecher zur Schnappenkirche an, den Ihr unbedingt mitnehmen solltet, denn es ist zudem ein kulturhistorischer Ort mit einmaligem Wert. Von der Staudacheralm (1.150 Meter) liegt sie etwa 35 Minuten über eine einfache Strecke und etwa 130 Höhenmeter entfernt. Der Abzweig führt gut ausgeschildert zur Schnappenkirche. 

Das barocke Schnappenkirchlein oder St. Wolfgang Kirche befindet sich auf gut 1000 Hm auf dem Schnappenberg bei Marquartstein. Zugehörig zur Pfarrei Staudach-Egerndach ist die Kirche schon seit langem sehr gut besucht von Wanderern, Pilgern und Bergradlern. Der Legende nach soll ein Hirsch in einer stürmischen Nacht in der Kapelle Zuflucht gesucht haben. Doch der Hirsch war durch die zugeschlagene Tür in der Falle und begann an den Seilen der Glocken zu knabbern. Das Tier wurde von einem Jäger befreit und es soll noch oft zu der Kapelle zurückgekehrt sein. Gut 500 Jahre später ist eine hölzerne Brunnenkapelle mit dem Namen St. Wolfgang in der nähe der Kirche verzeichnet worden, die viele Pilger anzog. Es wird vermutet, dass bereits im 12. Jhdt. dort eine Kapelle bestand. Im Auftrag der Pröpste vom damaligen Kloster Herrenchiemsee wurde die heutige Kirche 1637 in Auftrag gegeben und ist dem Hl. St. Wolfgang geweiht. Bis zum 18. Jahrhundert wurden bei der Schnappenkirche viele heiligen Messen abgehalten. In den Folgejahren wurde das Kirchlein mehrmals renoviert und 1822 offiziell geweiht. Der Säkularisation von 1803 entging die Kirche wegen ihrer Unzulänglichkeit. Zuletzt wurden bei Renovierungsarbeiten in den 60er-Jahren alte Fresken frei gelegt.

Der Barockbau ist aus weißen Tuffstein gefertigt und das Dach ist mit Holzschindeln versehen. Der Zwiebelturm auf dem Dach in Form eines Dachreiters ist das Wahrzeichen der Kirche. Der Entwurf des Altars stammt von Stefan Gellner aus Unterwössen (1870) und ersetzte den damaligen Hochaltar aus dem Jahre 1644. Auf dem Altarbild sieht man den Kirchenpatron Wolfgang von Regensburg.

Unweit der Kirche ist etwas versteckt eine heilsame Quelle. Ein ehemaliger Wasser- und Frauenkultort, der nach Überlieferungen bereits im 12. Jahrhundert bestand. Nicht nur mit seiner Historie punktet dieser mystische Ort, sondern auch – für manchen sogar vor allem – mit der Aussicht über den Chiemgau, die man auf den Bänken vor der Schnappenkirche genießen kann. Bis hinunter nach Marquartstein und bis weit über den Chiemsee hinaus sieht man an klaren Tagen. Um noch mehr von dieser eindrucksvollen Gebirgslandschaft zu sehen gehen wir zurück zur Staudacher Alm und erreichen über blühende Almwiesen in etwa 30 Minuten eine Abzweigung. Hier führt uns der Weg zur beliebten Brachtalm rchts weiter, nur 10 Minuten entfernt. In dem kleinen Talkessel kann man sehr gut rasten und die almtypische, sehr gute Küche kalt und warm und die passende Erfrischung finden. In der Almsaison empfängt Euch der herzliche Senner, ach habt Ihr die Möglichkeit zur Übernachtung und die abendliche und nächtliche Stimmung auf der Alm zu erleben (Anmeldung und Reservierung empfohlen). Der Weg geradeaus führt zur Vorderalm. Nachdem wir ein Stück durch den kühlen Bergwald gewandert sind, kommen wir durch ein Moorgebiet. Holzstege führen durch das „Mösl“ und leiten uns naturschonend durch diesen wertvollen Naturschatz. Wollgras und Orchideen säumen den Weg. Vor uns sehen wir schon die beiden Kaser der Vorder-Alm liegen. Im linken Kaser begrüßt uns der Senner Konrad. Natürlich gibt es auch hier zünftige Almbrotzeiten. Nachdem wir in Ruhe und Beschaulichkeit dieses Almgebiets ausgiebig genossen haben, machen wir uns an den Rückweg. Über den Forstweg geht es auf direktem Weg an der Abzweigung Staudacher Alm vorbei und von dort rechtshaltend ins Tal. 

  • Tipp: Denkt bitte zu jeder Jahreszeit dabei an die passende Ausrüstung, da wir uns über 1.100 m Höhe befinden und die Wege abwechslungsreich, aber auch teilweise je nach Wetter in unterschiedlichem Zustand sein können: Entsprechend angemessene Wanderschuhe, die ausreichend Halt auch auf unebenen und steilen bzw. felsigen Wegen geben.
  • Besonders im Herbst ist darauf zu achten, dass am Boden liegendes Laub mögliche Unebenheiten, Wurzeln, Steine oder Löcher im Weg verdecken kann. Tragt stets witterungsangepasste, zweckmäßige Kleidung, die Euch vor Kälte und Nässe bzw. Hitze und Sonne schützt. Nehmt ausreichend Flüssigkeit mit auf die Wanderung.
Sonnenschutz für Haut und Kopf ist der unverzichtbare Begleiter auf Wanderungen im Sommer. Ein Handy für den Notfall schadet zusätzlich nicht. Feste Wander- und Trekkingschuhe sind Voraussetzung.
 

Interessant und anspruchsvoll: Mit dem Bergradl zu den Staudacher Almen.                                                                       

Von Marquartstein zu Vorder-, Bracht- und Staudacher Alm.

Unser Startpunkt ist Marquartstein an der Fußgängerbrücke am Ortsanfang Richtung Grassau. Hier findet Ihr ausreichend Parkplätze. Hinter der Brücke fahren wir auf dem Achendammweg Richtung Staudach. Der Wegweisung dem Radweg (Beschilderung) nach Staudach folgen. Wir bleiben auf dem Radweg bis wir durch Staudach gefahren sind, bei der Straßeneinmündung gleich links auf den Radweg bis zur Ortschaft Straßberg. Hier gehts über die Straße durch Straßberg auf die Forststraße in Richtung Vorderalm, Bairer Alm. Gleich zu Beginn geht’s relativ steil bergauf und wir folgen immer den Schildern zur Vorderalm. Bald können wir den Blick zum Chiemsee genießen, nachher auch die Loferer Steinberge. Jetzt sind wir unterhalb der Nordseite von Hochgern und Hochfelln. Links herauf kommt nun die Forststraße aus Richtung Kohlstatt. Wir fahren geradeaus weiter zur Vorderalm. Die erste wohlverdiente Rast. Allerdings fahren wir auf der Forststraße gleich weiter bis die Wegbiegung nach links zur Brachtalm. Auf der Brachtalm ist eine Übernachtung möglich und zur Rast wartet die Alm mit den passenden Stärkungen und Erfrischungen. 

Wir fahren von der Brachtalm auf der Almstraße 200 Meter zurück. Mit Armkraft müssen wir jetzt unser bei der Beschilderung Vorderalm auf der linken Seite über einen Weidezaunübergang heben. Das dürfen wir dann noch zwei Mal bewältigen. Die Weiterfahrt zieht sich jetzt über eine kurze Distanz über eine Wiese, ein trockenes Bachbett und dann in ein offenes Wald- und Latschengebiet. Wir bleiben auf den schmalen Steig. Wenn wir auf Almwiesen angekommen sind, wird der Pfad wieder besser fahrbar: Die Staudacher Alm ist erreicht. Hier ist Almgenuß pur geboten, eine sehr gute Auswahl für eine zünftige Brotzeit. Hinter der Staudacher Alm geht es bergab der Almstraße folgend und wir kommen eine Weg-Kreuzung. Hier nehmen wir den Waldweg nach links. Dieser ist zwar ziemlich wurzelig und steinig, aber trotzdem fahrbar. Noch vor der Schnappenkirche wird der Weg echt anspruchsvoll. Sicherheitshalber könnt Ihr hier schieben, denn das Wegstück ist nicht sehr lang. Von der Kirche aus nehmen wir den breiten Weg in Richtung Marquartstein. Bitte nicht in Richtung Staudach. Der Weg bleibt nun relativ breit und ist ziemlich steinig, eher im unteren Bereich. Bis zur Einmündung der weiteren Forststraße halten wir uns rechts und kommen auf den großen Hochgernparkplatz. Steil abwärts biegen wir bei der Kurve nach rechts ab und an der Bäckerei wieder rechts. Nach fast 1.000 Höhenmetern und 28 Kilometern kommen wir links  über den Achendamm wieder an unserem Ausgangspunkt. 

Datum: 25.09.2020